Kleiner Mann mit Stil

Eine ausgelassene Shoppingtour mit einem Espresso beim Lieblingsitaliener im Anschluss – welche Frau kann da schon Nein sagen? Doch wie sieht das gleiche Szenario aus, wenn der Nachwuchs einen begleitet?

Bei manch einer von uns kommen da Erinnerungen an Momente hoch, die sich alles andere als genussvoll anfühlen. Selten ist es uns berufstätigen Mamas gegönnt, alleine oder mit einer Freundin durch die Stadt zu schlendern. Meist bleiben zwischen Kindern, Job und Haushalt nur die freie Stunden mit den Kids für die täglichen Besorgungen übrig. In diesem Fall gibt es zwei Alternativen: Auf den nächsten kinderfreien Moment warten oder den Einkauf mit dem Nachwuchs als eine Herausforderung mit dem festen Vorsatz anzunehmen, dass alle Beteiligten die Aktion zumindest möglichst unbeschadet überstehen. Ich wähle die letztere Alternative und „wage“ mich mit meiner 9-jährigen Tochter und meinem 4-jährigen Sohn (derzeit auf dem Höhepunkt seiner Trotzphase) in die City Galerie. Ich will es nicht übertreiben: Geplant ist ein kleiner Lebensmitteleinkauf und eventuell ein Paar neue Sandalen für den Sohnemann. Langeweile lasse ich bei den Kindern erst gar nicht aufkommen: Mein Kleiner darf den Einkaufswagen schieben. Man sieht, wie sehr er sich bemüht, den Kaventsmann aus Metall möglichst koordiniert zu lenken und wie es ihn freut, wenn ich das mit lobenden Worten würdige. Die Große darf die Einkaufsliste abarbeiten. Voller Tatendrang kommt mir mein Sohn auch schon mit einer Tüte voller Backware entgegen. Vier von den fünf Brötchen darin sind bereits angebissen. „Ich probiere, ob sie noch gut sind“, erklärt sich mein Helfer. Mein linkes Auge zuckt leicht (Schlafmangel, Kaffeeüberdosis oder was Schlimmeres? Muss dann mal googeln…), ich versuche aber gelassen zu bleiben.

Weiter geht es im nur ein paar Meter entferntem Schuhladen. Mein Sohn darf nach einer
Sandalen-Pflichtanprobe eine Weile frei nach Herzenslust Damenschuhe testen. Hier haben es ihm vor allem die roten Pumps angetan. Er fragt, ob er mir die roten Pumps kaufen soll – ich dürfte sie so lange tragen, bis er selbst reinpasst. Sein verführerisches Angebot bring mich zum Schmunzeln, ich mache den beiden aber einen Gegenvorschlag: „Wie wäre es mit einem Eis – da, direkt in der Eisdiele gegenüber?“. Ein bejahender Aufschrei folgt und schon sitzen wir unser Eis schleckend auf einer Bank. Das Resümee des Einkaufs: Zwei zufriedene Kids, ein nicht mehr zuckendes Auge und vier angebissene Brötchen in der Einkaufstüte …:-)

 

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